Solidarität mit Kobane

09. Dezember 2014  Allgemein

Am Freitag, 12. Dezember 2014 führt die Alevitische Gemeinde Wiesloch eine
Veranstaltung »Solidarität mit Kobane« für die Bevölkerung in Kobane durch.

Eingeladen ist die Bundestagsabgeordneten der Partei DIE LINKE, HEIKE HÄNSEL, die direkt von ihrer Reise in die Türkei berichtet.

Der Vortrag besteht aus 4 Teilen:

1. Frau Hänsel berichtet, anhand von Bildern, die sie vor Ort machte, über die
Lage im Grenzgebiet zwischen Türkei und Syrien. Sie schildert die Lage
der Flüchtlinge, die Anstrengungen der türkischen Bevölkerung die
Flüchtlingsströme zu versorgen und zeigt wie massiv die türkische Armee
an der Grenze präsent ist und Flüchtlinge am Grenzübertritt zu hindern
versucht.

2. Frau Hänsel kommentiert den Widerspruch zwischen den offiziellen Beteuerungen
der türkischen Regierung „ALLES für die Flüchtlinge zu tun“ und der
tatsächlichen Untätigkeit der zuständigen türkischen Behörden vor Ort,
und z.B. auch seltsame Vorgänge, daß Kolonnen von Tanklastern Benzin,
aus „ISIS-Gebiet“, über die Grenze schmuggeln – von der türkischen Armee
und den Behörden offenbar „unbemerkt“?
Sie zeigt, daß die türkische Regierung kein Interesse hat, die von ISIS
bedrohten kurdischen Gebiete zu schützen, was für die bei weitem größte
und modernste Armee in Nahost ein Leichtes wäre – weil Erdogan ISIS für
die Lösung des „Kurdenproblems“ nutzen will.

3. Sie geht auf die Entstehungsgeschichte von ISIS ein, die erst im
Rahmen der amerikanischen Besatzung des Iraks über die Jahre Zulauf
erhielt und nach Abzug der Amerikaner eine zunehmende Rolle als
„Beschützerin“ der sunnitischen Bevölkerung gegen die schiitisch
geprägte irakische Regierung gewann. In diesem Zusammenhang stellt sie
auch die Rolle der Golfstaaten und Saudi-Arabiens als Finanziers von
ISIS dar und die Haltung der deutschen Regierung.

4. Sie erklärt, warum DIE LINKE weiterhin prinzipiell nicht für
Waffenlieferungen ist – auch nicht an unsere kurdischen Freunde.
– Weil DIE LINKE prinzipiell gegen jegliche Waffenlieferungen ist!
– Weil keine linke kurdische Organisation uns um Waffen gebeten hat!
– Weil Waffen aus der BRD eh nicht an die Verteidiger von Kobane
geliefert würden, sondern nur an „prowestlische Peschmerga-Milizen“ in
Nord-Irak.