Dem PFLEGENOTSTAND die Fäuste zeigen

03. Mai 2017  Allgemein

Mensch vor Profit!

Ist die Pflege ihren Namen noch wert?

„Pflege“ beschreibt per Definition alle Maßnahmen, die zur Versorgung Hilfebedürftiger notwendig sind. Ob in den Bereichen Diagnostik, Therapie, Selbstversorgung oder psychosozialer Betreuung.
Nirgendwo in dieser Definition tauchen Profit, Burn-Out und Resignation auf, die allerdings inzwischen oft die ersten Gedanken sind, die pflegenden in den Sinn kommen, wenn Sie nach ihrem Beruf gefragt werden.

Die meisten Pflegekräfte, ob in Krankenhäusern, Pflegeheimen, ambulanten Einrichtungen oder vergleichbaren Diensten, haben ihren Beruf mit Bedacht gewählt. Um der Gesellschaft etwas zurückzugeben, aus Liebe zum Menschen, weil sie etwas sinnhaftes tun möchten und aus vielen anderen Gründen.
Dafür nehmen sie viele Einschränkungen in Kauf, die für Menschen in anderen Berufsfeldern undenkbar wären. 12 Arbeitstage am Stück nach denen sie körperlich und psychisch so ausgelaugt sind, dass an dem einen freien Tag der folgt, nicht an Erholung zu denken ist. Wochenenden und Feiertage, die für die Mehrheit der Arbeitnehmer selbstverständliche Erholungstage sind, sind oft ein Fremdwort. Familien und Freundschaften, das komplette Sozialleben, leiden. Es wirs ständige Einsatzbereitschaft erwartet, oft mit dem schlechten Gewissen gegenüber Patienten und Kollegen gespielt, wenn eine Pflegekraft es wagt, auf einem freien Tag zu bestehen.

Trotz all dieser „Nachteile“ stehen die meisten Pflegekräfte fest hinter ihrer Entscheidung für Ihren Beruf, weil er eben Berufung für sie ist. Doch die vorherrschenden Bedingungen – ob für Pflegende oder zu Pflegende – müssen sich zwingend und radikal verändern! Bevor auch das stärkste Pfleger-Herz resigniert. Die Maxime „Satt und sauber“ kann nicht (weiter) der Weg sein, den wir gehen.

Nosokomiale Infektionen, Druckgeschwüre und sensorische Deprivation sind trotz ihrer extremen Häufung in Deutschland keine Volkskrankheiten, sondern Folge und Ausdruck des Pflegenotstands. Die schwächsten Glieder, die Kranken und Pflegebedürftigen, tragen die Konsequenzen von jahrelanger, ignoranter Gesundheitspolitik.

Mehr von euch ist besser für alle

Mit diesem Leitsatz macht DIE LINKE aufmerksam auf den Bedarf an 100.000 neuen Pflegekräften. Doch wie schaffen wir es, weiter junge Menschen zu motivieren, einen Pflegeberuf zu ergreifen?
Pflege geht uns alle an, denn wir werden alle älter, werden alle krank und wünschen uns alle die bestmögliche Versorgung, sollten wir sie brauchen. Daher gehört die Pflege auch in unser aller Hand! Wohin muss also die Reise gehen?

  • weg von der Privatisierung, der Mensch muss wieder über dem Profit stehen
  • verbindliche Pflegeschlüssel auf Bundesebene → genügend Zeit für fachgerechte Versorgung

Ambitionierte, aber keine unerreichbaren Ziele. Wie können wir es schaffen, dass sich etwas ändert?
Wir müssen etwas bewegen, sonst wird sich nichts bewegen. Runter vom Sofa und auf die Straße!
Den Anfang machen wir in Schwetzingen in der Metropolregion Rhein-Neckar, die über 20 Krankenhäuser und etliche Pflegeheime beherbergt.

NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK!

bist die Rebellion!